Öfters mal was neues… Meine Erfahrungen mit der SEPA-Umstellung

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Nach einer Infoveranstaltung im Sommer wurde mir etwas Bange vor all dem Aufwand, der auf uns zu zu kommen schien, denn wir buchen Rechnungbeträge sehr häufig ab. Absprachen mit der Bank sind erforderlich, alle Kunden nach IBAN und BIC fragen, Mandate und Mandatsverwaltung, Neuerungen im Banking, deren praktische Auswirkungen nicht so recht vorstellbar schienen.

Ich dachte mir – ok – wir haben schon die DM / Euro Umstellung gemeistert und oft wird jaalles nicht so heiß gegessen wie gekocht“ – auch diesmal?

1. Gläubiger-ID woher und wie lange

Als erstes musste eine Gläubiger-ID beantragt werden. Das ging überraschend einfach, komplett online (unter https://extranet.bundesbank.de/scp/) und schon am nächsten Tag kam meine Gläubiger-ID per E-Mail herein geflattert.

2. Station – Hausbank

Meine Hausbank rief mich an (was mich freute, da ich nicht mühsam den richtigen Ansprechpartner finden und zum Termin X nach irgendwo musste…) und wir haben kurzfristig ein Treffen ganz in der Nähe vereinbart.

Der nette Mitarbeiter informierte mich, dass unsere bestehenden Einzugsermächtigungen nicht erneuert werden müssen, was ich Klasse finde – denn das hätte jede Menge Schriftkram bedeutet. Die Einzugsermächtigung nennt sich jetzt Mandat und muss eine eindeutige Nummer haben. Ich habe mich entschieden, die Kundennummer zu verwenden, da diese bei uns eindeutig zuordenbar und grundsätzlich nur einmal vergeben wird.

Die Kunden müssen über die Umstellung auf SEPA informiert werden, müssen nun 14 Tage im Voraus über eine anstehende Abbuchung Bescheid wissen, die dann auch genau zu dem Tag ausgeführt werden muss. Die Mandatsnummer muss mitgeteilt werden.
Das alles kann einfach auf der Rechnung aufgedruckt werden, wir haben uns jedoch für ein zusätzliches Schreiben entschieden, was wir erstmalig anstehenden Rechnungen einfach beilegen.

Bei meiner Hausbank musste ich noch eine Vereinbarung unterschreiben, die mich SEPA-tauglich machte und in der ich versicherte, keine fremden Konten unrechtmäßig abzuräumen.

3. Hürde – Banking-Software

Die nächste Hürde schien mir meine Banking-Software. In der Infoveranstaltung im Sommer wurden wir eindringlich hingewiesen, uns auf Probleme vorzubereiten und rechtzeitig zu testen.

Ich benutze seit Jahren einen unbekanntere Software namens ALF-BanCo, kein Bankmitarbeiter hatte bisher etwas davon gehört. Aber ich bin zufrieden, die Leute leisten gute Arbeit, wie sich auch jetzt wieder bewies.

ALF-BanCo informierte mich über ein verfügbares Update auf ALF-BanCo 5, was ich einen Monat testen konnte und dann für faire ca. 30 Euro erwerben konnte. Beide Angebote nahm ich an. Nach der Installation wurden zu meiner Überraschung alle gespeicherten Bankverbindungen automatisch in BIC und IBAN konvertiert und es gab dabei keine Fehlermeldungen.
PUHHH – all der befürchtete Aufwand… IBAN und BIC bei allen Kunden abzufragen, dann gar einzutippen… mit einer Konvertierung von nicht mal 5 Minuten erledigt! Danke ALF-BanCo-Team (wieder mal)!
Meine Gläubiger-ID musste ich hinterlegen und zu jeder Abbuchung muss die Mandatsreferenz erscheinen. Abbuchungstermin kann ich leicht festlegen.

FAZIT

Nun habe ich die ersten SEPA-Abbuchungen ausgeführt und alles lief am Ende doch viel einfacher als befürchtet.
Einzig die Terminierung macht uns etwas mehr Planungsaufwand. Die Kunden müssen mindestens 14 Tage vor Abbuchungstermin ihre Rechnung erhalten. Die Lastschrift muss mindestens 5 Geschäftstage vor Einzug der Bank vorliegen. Diese Termine sollten nicht auf ein Wochenende oder Feiertage fallen.

Ich frage mich, wie das bei eiligen Abbuchungen gehandhabt wird, denn manchmal ist vom Geldeingang ja der Liefertermin abhängig… und manche Auftraggeber wollen vielleicht nicht 14 Tage warten, sondern ihr Geld lieber gleich los werden… ok – dann kann man ja immer noch überweisen.
Trotzdem, ob diese Terminierung praxistauglich und zeitgemäß ist… 5 Tage Bankbearbeitungszeit… die Banken können mit Sicherheit schneller, wenn sie dürfen. Also ich denke, das wird die nächsten Jahre keinen Bestand haben.

Meine ersten SEPA-Abbuchungen sind gelaufen, nicht ganz ohne Pannen, die beruhen aber alle auf menschlichem Versagen meinerseits. Daumen hoch für Bank und Banking-Software!

Was dabei herauskommt, wenn man krank ist und spät abends ins Büro kommt um erste SEPA-Abbuchungen zu machen :-)… das könnte wohl ein weiteres lustiges und für mich leicht peinliches Thema für diesen Blog sein…

Links:
Banking-Software ALFBanCo

Veröffentlicht von

www.pepsite.de

Unternehmensgründerin und -leiterin von Pepsite

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Jede Umstellung braucht seine Zeit und wenn man zeitig damit beginnt, dann ist es auch völlig in Ordnung, wenn noch Probleme auftauchen. Letzendlich hat man dann genug Zeit, dieses zu korrigieren, damit es zukünftig nicht mehr passiert.

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